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Feste Zahnspange - Brackets

Bei festsitzenden Behandlungsmitteln werden "Brackets" direkt auf den Zahn aufgeklebt. Das Bracket ist der Haltepunkt, der Henkel, an dem Zahn. Der orthodontische Bogen (oder Gummizüge und Federn) kann hier ansetzen und die zur Zahnbewegung notwendige Kraft ausüben.

Es gibt direkt auf den Zahn aufgeklebte Brackets oder Bänder mit aufgeschweißten Schlössern. Von ihnen gehen die auf den Zahn wirkenden Bewegungskräfte von orthodontischen Bögen und Hilfsteilen (z.B. Gummizüge und Federn) aus.

Durch neue Klebematerialien und Retentionsbasen ist die zur Befestigung eines Brackets notwendige Größe der Klebefläche immer kleiner geworden. Wir können heutzutage sehr kleine und zierliche Brackets anbieten. Hierdurch wird eine gute Mundhygiene deutlich erleichtert und die kieferorthopädischen Kräfte, die auf die Zähne wirken, sind dosierter. In der Regel sind Brackets aus Stahl hergestellt. Es gibt aber auch durchsichtige Brackets aus Kunststoff oder aus Keramik, sowie Titanbrackets für Patienten mit Metallallergie.

Foto: Brackets

Wie Brackets wirken

Foto: BracketsDie Behandlung mit Brackets läuft in der Regel in vier Phasen ab.

In der "Nivellierungsphase" werden die Bracketschlitze (und damit die Zähne) auf eine Ebene geführt. Die nivellierende Kraft geht von einem elastischen Drahtbogen aus.

Dieser wird in die Brackets der unregelmäßig stehenden Zähnen eingebunden und ist bestrebt, sich wieder geradezustellen.

Wurden während der kieferorthopädischen Therapie Zähne extrahiert, können in der nachfolgenden "Führungsphase" die Zähne an dem geraden Bogen entlanggeführt werden.

Ist dieser Führungsvorgang abgeschlossen, folgt die "Kontraktionsphase". In ihr werden die inzwischen geradegerichteten Frontzähne "in einem Block" nach hinten bewegt.

In der "Justierungsphase" wird dann für die richtige Zueinanderstellung der oberen und untern Zähne gesorgt.

Superelastische Thermobögen

Im Gegensatz zu den herkömmlichen Stahlbögen haben "Thermobögen" ein Formgedächtnis. Die auf den Zähnen aufgeklebten Brackets werden mit einem durchgehenden Bogen verbunden. Da Brackets immer mittig auf die Zähne aufgeklebt werden, muss der Bogen die unterschiedlichen Brackethöhen zunächst durch Auslenkungen (Verformung) ausgleichen.

Die Thermobögen können nach relativ starker Verformung ihre ursprüngliche (programmierte) Gestalt wieder einnehmen.

Dies geschieht "temperaturbedingt". Bei kühleren Temperaturen lassen sich die Bögen leicht verformen - sie fühlen sich "weich" an. Wärme führt zur Rückstellung der ursprünglichen Gestalt - der Bogen wird "fest". Beim Einsetzen des Bogens im Mund und bei normaler Mundtemperatur im Bereich von 18-27 Grad ist der Bogen "superelastisch", weich und leicht verformbar. Bei höheren Temperaturen aber stellt sich der Bogen auf die ursprünglich vorgegebene (programmierte) Gestalt zurück.

Vorteile: Der Patient kann durch Spülen mit kaltem Wasser oder Eislutschen die "Spannung" des Bogens mindern. Es sind durch die hohe Elastizität des Bogens seltener Besuche beim Kieferorthopäden nötig.

· Beim Einsatz von superelastischen Thermobögen sind in der Regel auch seltener Bogenwechsel notwendig; die Behandlungsdauer verkürzt sich.

· Die durch die Thermobögen abgegebenen Kräfte können trotz deutlicher Verformung des Bogens nicht zu hoch werden, sodass die anfänglichen Empfindlichkeiten reduziert werden.

Der Formgedächtniseffekt beruht auf einer thermoelastischen Martensitumwandlung, einer reversiblen durch Scherung der Gitterebenen bedingten Phasenumwandlung. Dieses Phänomen wurde erstmalig von einem Deutschen Forscher, Adolf Martens 1890 beschrieben. In der Kieferorthopädie wird dieser Effekt allerdings erst seit 1998 verwendet.

Foto: CroszatgerätAbbildung

Aus den gespeicherten Messdaten erstellte Kurvenschar (schmale, schwarze Kurven) mit dem gemittelten Kraft-Weg-Diagramm (dicke, graue Kurve). Der obere Ast der Kurven stellt jeweils die Aktivierungsphase dar, der untere die klinisch interessantere Deaktivierungsphase, bei der der Bogen den Zahn bewegt.

Aus "Fortschritte der Kieferorthopädie" Bd. 56 Autor: D. Segner Hamburg

Bracketumfeldversiegelung (Glattflächenversiegelung)

Durch das Einsetzen der Multibracketapparatur wird die tägliche Mundhygiene deutlich erschwert. Hier ist zuverlässige Mitarbeit erforderlich! Um Entkalkungen („weißen Stellen“) und Karies vorzubeugen, sollte diese jetzt optimal sein. Durch die Verwendung einer speziellen Glattflächenversiegelung kann jedoch das Risiko einer Entkalkung deutlich vermindert werden.